WARUM GEHT ES DIR SCHLECHT? 4. TEIL – DIR FEHLT DIE MOTIVATION

Heute kommen wir zum letzten Teil der kleinen Mini-Serie „Warum geht es dir so schlecht?“ Hier noch mal ein kleiner Überblick der einzelnen Beiträge zur Erinnerung:

  1. Dein Gehirn strukturiert sich um
  2. Die Sehnsucht nimmt überhand
  3. Du bist erschöpft
  4. Die Motivation fehlt

Ohne deinen geliebten Menschen machen dir viele Dinge, die dir früher Freude bereitet haben, keinen Spaß mehr. 

Bei Wikipedia steht über Motivation Folgendes: Motivation bezeichnet das auf emotionaler und neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Die Gesamtheit der Beweggründe (Motive), die zur Handlungsbereitschaft führen, nennt man Motivation. Die Umsetzung von Motiven in Handlungen nennt man Volition oder Umsetzungskompetenz. Die Bezeichnung Motivation ist auf das lateinische Verb movere (bewegen, antreiben) zurückzuführen.

Weiter unten im Text finden wir mehr Informationen, die Aufschluss über die fehlende Motivation beim Verlust eines geliebten Menschen geben können:

Intrinsische und Extrinsische Motivation:

Der Begriff intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun (weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt). Bei der extrinsischen Motivation steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte.

McClelland ist es an der Harvard Medical School gelungen, nachzuweisen, dass die Anregung dieser Motive mit der Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter verbunden ist:

Im Falle des Machtmotivs sind es Epinephrin und Norepinephrin,
im Falle des Zugehörigkeitsmotivs ist das Dopamin,
bei Anregung des Leistungsmotivs werden Vasopressin und Arginin ausgeschüttet.

Bei Trauer um einen geliebten Menschen geht es um das fehlende Zugehörigkeitsmotiv. Der Mensch zu dem ihr euch Zugehörig gefühlt habt und mit dem unzählige Handlungen verknüpft waren, die als Grundlage für eure Motivation Liebe und Zugehörigkeit hatten, ist nun nicht mehr da. Diese einzigartige Zugehörigkeit hängt jetzt im luftleeren Raum und die dazugehörige Motivation ebenfalls.

Ich möchte mich jetzt mit euch auf das natürlich im Körper erzeugte Hormon Dopamin konzentrieren. Bei Wikipedia ist das ganz komplex erklärt und wer es genauer nachlesen möchte, kann dem Link gerne folgen. Ich habe es aber für unsere Bedürfnisse kurz und knackig zusammengefasst. Dopamin wird im Mittelhirn produziert. Dopamin-Mangel führt zur Lust- und Antriebslosigkeit. Da euch also der geliebte Mensch oder sehr sachlich Ausgedrückt, euer Zugehörigkeitsmotiv durch den Verlust eines geliebten Menschen fehlt, fühlt ihr euch Lust- und Antriebslos. Es können noch andere komplexere psychische und körperlichen Störungen auftreten, die einfachste Komplikation dabei ist noch die Schwächung eures Immunsystems. Zu den schwereren Dopamin-Mangel-Erscheinungen gehören u. A. Depression und Schizophrenie. Daher werden bei diesen Erkrankungen durchaus Psychopharmaka mit Dopamin verschrieben.

Wie können wir aber trotz des fehlenden Zugehörigkeitsmotivs und ohne Psychopharmaka dafür sorgen, dass der Dopaminspiegel wieder steigt?

Hier geht es zu einem Artikel in dem ihr nachlesen könnt, wir ihr ziemlich unkompliziert selbst auf euren Dopaminspiegel einwirken könnt. Dabei geht es um 1. Ernährung, 2. Lebensstil und 3. um Nahrungsergänzung und im Ernstfall auch um Medikamente. Ich habe „Was erzeugt natürliches Dopamin“ gegoogelt und sehr viele gute Hinweise darauf gefunden, was ihr an dieser Stelle für euch Gutes tun könnt. Wer möchte, kann sich also selbst auf die Suche nach Nahrung und Mitteln machen, die natürliches Dopamin erzeugen. Dazu gehören beispielsweise Bananen und Mandeln.

Diese Maßnahmen ersetzen euch euren geliebten Menschen natürlich nicht aber es kann euch helfen, dass ihr etwas besser durch eure schwere Trauerzeit kommt und auch lernt, wie ihr auch in Zeiten jenseits von Krisen gut für euch sorgen könnt.

Für mich gehört auch dazu, euch zu fragen: Was wolltet ihr denn schon immer mal tun und kamt bisher einfach nicht dazu? Seien es Hobbys, Sprachen lernen, Sport, Reisen, Ehrenamt, etc. Schaut mal, ob ihr etwas davon für euch findet und fangt Stück für Stück an, euch etwas aufzubauen, das euch ablenken und ein Stück weit erfüllen kann bzw. wenigstens einen Bruchteil an Zugehörigkeitsmotivation befriedigt. Damit werdet ihr die Trauer nicht verdrängen aber ihr schafft euch kleine Inseln, auf denen ihr euch für eine kurze Zeit wohl fühlen könnt und so mehr Kraft und auch Motivation habt, euren für euch guten Weg zu gehen.

Veröffentlicht von trauerbegleiter

Ich bin Jahrgang 1965, in Baden-Württemberg geboren und habe mit 15 meine Mutter durch Suizid und mit 40 meinen Lebenspartner durch Krebs verloren. Vieles, was mir im Leben begegnet ist, hat mich geprägt - auch wenn ich es manchmal nicht verstanden habe. Meine Erkenntnisse und Meinungen verändern sich im Laufe meiner Entwicklung und ich bin immer wieder neugierig, welche Ereignisse mich finden und mich auf meinem Weg begleiten. So entwickelte sich aus all dem ein neuer Weg. Meine Ausbildungen Familienaufstellungen, Gewaltfreie Kommunikation, Trauerbegleitung, Trauerreden und vor allem meine Erfahrungen ermöglichen es mir, für andere Menschen in ähnlichen Situationen da zu sein. Mehr über meine Angebote, Termine und über mich finden Sie unter: www.trauerbegleiter.org

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